Thermografie

Auf Grund der heutigen Klimadiskussionen und dem Thema Energiesparen ist der Bedarf für Wärmebilder seitens Hauseigentümer sehr gross, denn Wärmebilder können eine optimale Grundlage für Sanierungsentscheide sein oder nach einer Sanierung als energetische Qualitätskontrolle dienen, mit sichtbarem Beleg. Die Energiefachstellen und -experten hoffen zudem, dass auf Grund der Wärmebilder möglichst viel Sanierungspotenzial ausgelöst wird.

Wie funktioniert eine Infrarotkamera?

thermografie1.pngEin Wärmebild (= Infrarotbild = IR-Bild = Thermogramm) zeigt ein Abbild der Oberflächentemperaturen. Es entsteht, indem mit einer IR-Kamera die Wärmeabstrahlung einer Oberfläche, die dem menschlichen Auge verborgen bleibt, gemessen wird. Durch einen Rechner wird dann jedem Messpunkt – dem Temperaturwert entsprechend – eine bestimmte Farbe zugeordnet, womit das IR-Bild entsteht. Das Vorgeben einer max. und min. Temperatur auf der Farbskala bewirkt, dass eine grössere oder kleinere Spannweite von Temperaturen aufgezeigt wird. Im Extremfall kann eine Bilddarstellung gewählt werden, die noch Temperaturunterschiede von 1/ 10°C aufzeigen kann. Die gleiche IR-Aufnahme lässt sich also mit veränderten Skalierungen zu optisch völlig unterschiedlichen IR-Bildern verarbeiten (vgl. Bild 1 und 2). Farbskalen in üblichen IR-Bildern zeigen kalte Oberflächen mit Blau-Tönen und warme mit Rot-Gelb-Tönen.

Was aber bekommen die Kunden in Sachen Qualität?

thermografie2.pngIst es wesentlich, etwas über die Hintergründe und die Entstehung der Wärmebilder zu wissen oder genügt es, auf den Wärmebildern die roten Bereiche zu erkennen und dort mit der Sanierung zu beginnen? Was die «günstig»-Wärmebildkunden und selbst viele Fachleute im Energieberatungssektor nicht wissen ist, dass die Qualität und die Aussagekraft von IR-Bildern auf der Strecke bleiben, wenn nicht viele wichtige Randbedingungen beim Erstellen, beim Auswerten und beim Beurteilen der IR Aufnahmen beachtet werden. Dies kann im Bereich Bauthermografie meist nur ein ausgewiesener Spezialist mit vertieften Kenntnissen und Erfahrungen in den Bereichen Thermografie und Bauphysik. Dazu sind auch Kenntnisse der regionalen Bauweise notwendig. Resultieren durch nicht qualifiziertes Vorgehen Fehlinterpretationen, so wirkt sich das nicht nur für den Auftraggeber negativ aus, sondern es belastet auch das Image der Thermografie-Technik generell. Nur wenn die Interpretationen der IR-Bilder korrekt, zuverlässig und nachvollziehbar sind, kann ein ausführender Baufachmann die richtigen Schlüsse im Hinblick auf eine Gebäudesanierung ziehen.Gibt es trotzdem einmal Wärmebilder mit Unklarheiten – das kann ab und zu vorkommen – ist dies im Bericht eindeutig festzuhalten und zu erläutern.

Thermografie Verband Schweiz

Nicht zuletzt um solche Qualitätsansprüche zu definieren wurde im Juli 2007 der «Thermografie Verband Schweiz» ( theCH ) von sechs Mitgliedern aus der Industrie- und Dienstleistungsbranche der Schweiz gegründet. Weitere Ziele des Verbandes sind die Förderung der Thermografie und deren Möglichkeiten, Erschliessung neuer Anwendungsbereiche, Austausch von Erfahrungen, Pflege nationaler und internationaler Kontakte,Wissensvermittlung und Weiterbildung. Bei der Definition der theCH-Qualitätsansprüche für Gebäudeaufnahmen dient die Norm EN Literatur

Auszug aus einem Bericht von Ch. Tanner,dipl.Architekt FH/HTL